Grundwasser

Nachhaltiges Grundwassermanagement in Berlin

Seit Jahren kämpfen viele Hausbesitzer im Blumenviertel und anderen Quartieren im Berlin-Warschauer-Urstromtal gegen hohe Grundwasserstände und feuchte Keller. Als Bezirksverordnete haben wir uns gemeinsam mit der SPD-Fraktion Neukölln für den Erhalt der Brunnengalerie im Glockenblumenweg eingesetzt. Bisher hat die zuständige Senatsverwaltung dies geblockt. Die angestrebten Pilotprojekte, welche den Hausbesitzern im Blumenviertel individuelle bauliche Hilfen anbieten sollen, stellen für uns ein Feigenblatt dar. Realistisch müssten rund 5500 Gutachten erstellt werden, welche nicht kalkulierbare Kosten nach sich ziehen würden. Dies kann man nicht als politischen Erfolg, sondern als Scheitern auf Raten verbuchen. Gespräche mit Anwohnerinnen und Anwohnern sowie engagierten Hausbesitzern bestätigen dies. Die Ergebnisse des Runden Tisches Grundwassermanagement basieren auf Statistiken, die sich auf die Zeitspanne 1991 bis 2006 beziehen – eine Zeit in der sich die Bevölkerungszahl in Berlin reduzierte. Dass sich dieser Trend seit 2006 umgedreht hat, fand weder im Bericht noch in den geschlussfolgerten Maßnahmen Berücksichtigung. Hier muss der Senat von Berlin für die Bürgerinnen und Bürger endlich beherzt anpacken. Deshalb setze ich mich für folgende Eckpunkte ein:

– Erhalt der Brunnengalerie im Glockenblumenweg über das Jahr 2017 hinaus bis zum Bau eines neuen Wasserwerkes Johannisthal, um eine dezentrale Wasserversorgung zu erhalten.

– Erhalt und konsequente Anwendung der Grundwassersteuerungsverordnung, um siedlungsverträgliche Grundwasserstände sicherzustellen

– Neukalkulation des Trinkwasserbedarfs unter den Vorzeichen der wachsenden Stadt, um eine nachhaltige Stadtentwicklungspolitik betreiben zu können