Wohnungsbau

Berlin wächst seit Jahren – schon bevor Geflüchtete die Stadt erreichten. Allein die Zuzügeaus anderen Regionen Deutschlands zeigen wie attraktiv die Stadt geworden ist. Man ging davon aus, dass die Stadt bis 2030 um ca. 300 000 Menschen wachsen würde. In der heutigen Situation dürfte diese Zahl noch einmal deutlich nach oben korrigiert werden. Das macht ein Umdenken und neue Wege des Wohnungsbaus notwendig. Zukünftiger Wohnungsbau muss also bestehende Flächen in der Stadt verantwortungsvoll nutzen. Verantwortung meint in diesem Zusammenhang:

1.) Erhalt der Grün- und Erholungsflächen. Die unzähligen Parks und kleinen Erholungsorte in allen Ecken der Stadt machen Berlin zu einer einzigartigen Metropole auf der Welt und sind ein Segen für uns als Bewohnerinnen und Bewohner.

2.) Verhinderung sozial isolierter Kieze. Neubausiedlungen dürfen nicht zu isolierten Großsiedlungen mutieren, in denen sich nur bestimmte Milieus ansiedeln. Die Erfahrungen bspw. aus dem Märkischen Viertel, der Rollbergsiedlung, der Weißen Siedlung und der High-Deck-Siedlung zeigen, dass eine soziale Durchmischung gefördert werden muss. Neubausiedlungen müssen kleinteilig konzipiert werden und Angebote für sozial schwache und sozial starke Menschen bereithalten. Eine attraktive Architektur, angemessene Anbindung an den ÖPNV und Naherholungsmöglichkeiten müssen den neuen Bewohnerinnen und Bewohnern geboten werden. Dabei muss das Rad nicht neu erfunden werden. Die Hufeisensiedlung ist ein Paradebeispiel für sozialen und solidarischen Wohnungsbau.

3.) Förderung von Wohnungsbaugenossenschaften. Genossenschaften schaffen Sicherheit für ihre Mitglieder, fördern den Gemeinschaftssinn und stärken das Verantwortungsgefühl. Sowohl bestehende Wohnungsbaugenossenschaften, als auch die Gründung von Wohnungsbaugenossenschaften müssen eine besondere Förderung sowohl finanziell, als auch bürokratisch erfahren.

4.) Über die Landesgrenzen denken. Der Raum in Berlin ist begrenzt. Ein sozial verantwortungsvoller Wohnungsbau wird in diesen Dimensionen langfristig nicht nur auf den Berliner Flächen möglich sein. Deshalb muss das Land Berlin Kooperationen mit Brandenburg und den umliegenden Landkreisen anstreben. Diese müssen primär Bauflächen und ÖPNV-Anbindung beinhalten. Damit auch Kinder aus dem Speckgürtel in Berlin und umgekehrt besuchen können, müssen Verhandlungen perspektivisch auch die Anmeldeverfahren in Schulen beinhalten.